Immobilien günstig bei Zwangsversteigerungen kaufenEin eigenes Haus zu haben, davon träumt so mancher. Zwangsversteigerungen bieten eine Gelegenheit diesen Traum für verhältnismäßig wenig Geld Realität werden zu lassen. Des einen Freud ist dabei wie so oft des anderen Leid. Schließlich kommt es in der Regel nur dann zur Zwangsversteigerung, wenn der Vorbesitzer in finanzielle Schwierigkeiten gerät und etwa Kreditraten nicht mehr bedienen kann. Oft kommen Immobilien bei solchen Versteigerungen für 10 bis 30% unter Wert unter den Hammer. Ist das Interesse für das betreffende Haus gering, kann dieses auch zu einem außerordentlichen Schnäppchen werden – mitunter liegt das schließlich erfolgreiche Gebot dann nur noch bei 50% des Verkehrswertes.

Zwangsversteigerungen finden
Termine von Zwangsversteigerungen werden spätestens 6 Wochen vorher vom zuständigen Amtsgericht veröffentlicht. Sie werden bei den entsprechenden Ämtern vor Ort öffentlich ausgehängt und sind oft auch in der Lokalzeitung in der Rubrik “Amtliche Bekanntmachungen” zu finden. Viele Amtsgerichte haben inzwischen auch eine eigene Website, auf der die Termine veröffentlicht werden. Auskunft über Zwangsversteigerungstermine im gesamten Bundesgebiet bietet die Seite ZVG.com. Hier kannst Du auch nach geeigneten Objekten suchen und findest weiterführende Links und Kontaktdaten örtlicher Amtsgerichte. Häuser, die von Gläubigerbanken verwaltet werden, sind auf der Seite KFK-Immo.com gelistet. Informationen zu Häusern und Versteigerungsterminen bietet auch die Seite zwangsversteigerung Aktuell.

Das A und O: Vorbereitung auf die Versteigerung
Da bei Zwangsversteigerungen anders als beim Hauskauf auf dem herkömmlichen Weg ein Rücktrittsrecht oder spätere Reklamationen ausgeschlossen sind, solltest Du Dich genau über das Haus, für das Du Dich interessierst, informieren. Sobald der Versteigerungstermin veröffentlicht wurde, können beim zuständigen Amtsgericht die betreffenden Akten zum Objekt kostenlos eingesehen werden. Der Grundbuchauszug gibt Auskunft unter anderem über Lage, Größe und Nutzungsart des Objekts. Besonders wichtig für Interessenten ist dabei das Verkehrswertgutachten, das Informationen zum baulichen Zustand, eventuellen Mängeln oder notwendigen Reparaturen enthält. Achten solltest Du auch auf mögliche “Lasten”, wie etwa das festgeschriebene Wohnrecht für Dritte und ähnliches. So wichtig die Ausführungen des Gutachters sind – sie sollten mit Vorsicht genossen werden. Der bisherige Besitzer der Immobilie ist nämlich nicht verpflichtet, dem Gutachter Zutritt zum Haus zu gewähren. So stützt sich die Beurteilung unter Umständen nur auf eine Inaugenscheinnahme von außen. Es empfiehlt sich deshalb, zusätzlich zur Akteneinsicht eigene Erkundigungen einzuholen. So kannst Du Dich z. B. selbst um eine Besichtigung des Hauses bemühen oder das Haus zumindest einmal von außen begutachten. Dabei lohnt es sich einen Fachmann hinzuzuziehen. Auch ein Gespräch mit dem Gläubiger, in der Regel einer Bank, kann aufschlussreich sein. Mehr noch – es ergibt sich daraus bisweilen die Möglichkeit das begehrte Objekt unter Umgehung der Zwangsversteigerung zu erwerben. In jedem Fall hast Du so aber die Chance in etwa den Zielpreis des Gläubigers in Erfahrung zu bringen, was für den späteren Versteigerungstermin hilfreich sein kann.

Immobilien günstig bei Zwangsversteigerungen kaufenAblauf des Versteigerungstermins
Wenn Du noch keine Erfahrungen mit dem Ablauf einer Zwangsversteigerung sammeln konntest, ist es hilfreich einmal einen solchen Termin zu besuchen, bevor Du selbst als Bieter aktiv wirst. Bei der Auktion werden noch einmal die wichtigsten Informationen zum Objekt bekanntgegeben. Die Möglichkeit hier noch Antworten auf offene Fragen zu bekommen, besteht in der Regel nicht. Auch deshalb ist es so wichtig, sich vorher gut auf die Versteigerung und den möglichen Kauf vorzubereiten. Bevor Gebote abgegeben werden können, wird ein Mindestgebot festgelegt, das meist bei 70% des Verkehrswertes liegt. Bieter müssen sich mit einem amtlichen Dokument ausweisen. Sodann bleibt etwa eine halbe Stunde Zeit, Gebote zu machen. Finden sich keine Interessenten, die das Objekt zum festgelegten Mindestbetrag ersteigern wollen, so kann auch zu einem Gebot von 50 bis 70% des Verkehrswertes versteigert werden. Hierfür ist jedoch die Zustimmung des Gläubigers nötig. Liegen die Gebote noch niedriger oder stimmt die Bank der Versteigerung unter diesen Umständen nicht zu, so muss ein neuer Versteigerungstermin angesetzt werden. Bei einem solchen zweiten Termin sind jegliche Untergrenzen für Gebote außer Kraft gesetzt und die Immobilie kann auch weit unter Wert unter den Hammer kommen.

Kauf und Finanzierung
Oftmals muss schon für die Zulassung als Bieter eine Sicherheitsleistung erbracht werden. Dies kann als Bankbürgschaft oder Scheck erfolgen. Du kannst den geforderten Betrag auch im Vorfeld der Versteigerung an die zuständige Stelle überweisen. Erhältst Du nicht den Zuschlag, wird die Sicherheitsleistung selbstverständlich erstattet. Nach dem Kauf hast Du 6 Wochen Zeit, die Finanzierung sicherzustellen. Während dieser Zeit fallen Zinsen an. Da der Kaufpreis im Vorhinein bei einem Kauf durch Ersteigerung nicht exakt bestimmt werden kann, ist es oftmals schwierig, bei einer Bank schon vor dem Kauf einen Kredit zu vereinbaren. Zum erzielten Kaufpreis kommen im Übrigen meist noch weitere Kosten hinzu. Auch darüber solltest Du Dich vor der Auktion genau informieren. Ist die Versteigerung beendet, so wird der Name des Käufers bekanntgegeben. Anders als bei Immobilienkäufen sonst üblich gehen alle Rechte und Pflichten des Besitzers nicht erst mit der Eintragung im Grundbuch, sondern just in diesem Moment auf den Käufer über. Hat der Voreigentümer das Haus selbst genutzt, so kann sofort ein Anspruch auf Räumung geltend gemacht werden. Ist die Immobilie hingegen vermietet, so sind selbstverständlich die mit den Mietern vertraglich vereinbarten Fristen einzuhalten.

Fazit:
Bei Zwangsversteigerungen hast Du oftmals die Gelegenheit, eine Immobilie zum absoluten Schnäppchenpreis zu erwerben. Mit etwas Glück kannst Du bis zu 50% im Vergleich zum eigentlichen Verkehrswert des Objektes sparen. Auskunft über anstehende Versteigerungstermine geben das zuständige Amtsgericht vor Ort, die lokale Presse oder spezielle Online-Portale. Das A und O bei der Teilnahme an einer Zwangsversteigerung ist, vorher alle nötigen Informationen zum Objekt einzuholen. Beim Termin selbst können offene Fragen meist nicht mehr beantwortet werden und eine Reklamation erst im Nachhinein festgestellter Mängel ist nicht möglich.

Bildquellenachweis: © Hörnchen118, Thorben Wengert / PIXELIO