Bei der Schnäppchenjagd kommt es häufiger vor, dass die günstigsten Preise von einem ausländischen Onlineshop geboten werden. Manche Artikel bekommst Du außerdem vielleicht gar nicht bei deutschen Anbietern. Bei Bestellungen im Ausland solltest Du jedoch einige wichtige Punkte beachten. Vor allem wenn Du bei Onlineshops außerhalb der Europäischen Union einkaufst, kann es sonst unangenehme Überraschungen geben.

Währungen – vom besten Preis profitieren
Bei einigen ausländischen Onlineshops kannst Du selbst bestimmen, in welcher Währung Du Deine Rechnung begleichen willst. Dabei kommt es häufig dazu, dass die Preise in Landeswährung von den auf der Seite angegebenen Preisen in anderen Währungen abweichen. Bei den britischen Onlineshops thehut.com und zavvi.com, über deren Angebote wir auf MeineDealz häufig berichten, sind die Euro-Preise z. B. meist höher als die Preise in britischen Pfund. In diesem Fall empfiehlt sich natürlich, Pfund als Währung zu wählen. Bevor Du Deine Bestellung abschließt, solltest Du also die verschiedenen Beträge bzw. deren Wert miteinander vergleichen. Bei der Umrechnung in Euro helfen Dir Online-Währungsrechner wie z. B. OANDA.

Bezahlung – per Kreditkarte oder PayPal
Wenn Du im Ausland Waren bestellst, kommen meist nur die beiden Zahlungsmöglichkeiten Kreditkarte und PayPal in Frage. Andere Varianten bietet der Verkäufer entweder gar nicht erst an oder sie sind mit inakzeptabel hohen Gebühren verbunden. Letzteres gilt z. B. bei Überweisungen an einen Empfänger außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums (EU-Staaten, Island, Norwegen und Liechtenstein).
Das Zahlungsmittel mit der wohl größten Akzeptanz in diesem Zusammenhang ist die Kreditkarte. Bei Bestellungen im Ausland fallen dabei meist Auslandseinsatzgebühren an, die aber relativ gering sind. Einige Banken bieten auch Kreditkarten gänzlich ohne Auslandseinsatzgebühr an. Mehr zu diesem Thema erfährst Du hier.
Ein weiteres, weit verbreitetes Zahlungsmittel für Einkäufe im Ausland ist PayPal. Wenn Du ein Benutzerkonto bei diesem zu eBay gehörigen Finanzdienstleister einrichtest, kannst Du Rechnungen bei internationalen Anbietern ganz einfach bezahlen. Denn das Praktische an PayPal ist, dass Du nicht umständlich eine lange Kreditkartennummer eingeben musst. Du wirst stattdessen vom entsprechenden Onlineshop auf die PayPal-Seite weitergeleitet, wo Du Dich mit Deinem Passwort einloggst. Nachdem Du so mit nur 2 Klicks die Zahlung in Auftrag gegeben hast, kehrst Du automatisch zur Ausgangsseite zurück. PayPal zieht den Rechnungsbetrag zeitnah von dem Bankkonto ein, das Du bei der Registrierung angegeben hast. Für Dich als Käufer fallen bei der Bezahlung keinerlei Gebühren an.

Zollgebühren und Steuern
Das wohl schwierigste Kapitel im Zusammenhang mit internationalen Bestellungen ist das Thema Zollgebühren und Steuern. Bei Bestellungen im Ausland können solche Abgaben anfallen und so mitunter für böse Überraschungen sorgen. Dann nämlich, wenn statt der heiß ersehnten Ware ein Brief vom Zoll ins Haus flattert. Darin wirst Du zur Zahlung der fälligen Summen aufgefordert. Zu allem Überdruss musst Du dann womöglich auch noch die bestellten Artikel, die doch eigentlich bequem per Post zu Dir nach Hause kommen sollten, beim zuständigen Zollamt abholen.

Bestellungen bei Händlern in anderen EU-Staaten
Für Sendungen aus Staaten innerhalb der EU trifft dies nur sehr eingeschränkt zu. Fast alle Waren können hier frei zwischen Mitgliedsländern hin und hergeschickt werden. Eine Ausnahme bilden alkoholische Getränke, Tabak und Kaffee, also sogenannte verbrauchssteuerpflichtige Waren. Ansonsten sind nur Waffen, Feuerwerkskörper und ähnlich brisantes Material sowie potenzielle Hehlerware wie Antiquitäten und Gemälde bestimmten Einschränkungen unterworfen. Wenn übrigens in diesem Artikel von der EU gesprochen wird, solltest Du beachten, dass einige, nicht nur in Übersee gelegene Territorien, die zu EU-Staaten gehören, nicht zwangsläufig auch Teil der EU sind. Das klingt nicht besonders relevant, ist es aber leider doch. Denn einige britische Onlineshops wie etwa Play.com, thehut.com oder zavvi.com haben z. B. ihren Sitz oder auch nur ein Warenlager, von dem aus verschickt wird, auf den Kanalinseln. Auch wenn diese Inseln nur wenige Kilometer von der französischen Küste entfernt liegen, sind sie nicht Teil der EU. Wenn Du bei einem solchen Shop etwas bestellst, solltest Du Dich also sicherheitshalber wie bei einer Bestellung in einem Land außerhalb der EU verhalten.

Bestellungen bei Händlern in Staaten außerhalb der EU
Bei Sendungen aus Staaten außerhalb der Union bestehen für einige Warengruppen strengere Regeln. Bestellungen von Arzneimitteln im Ausland etwa sind nicht zulässig. Daneben gibt es weitere Beschränkungen abhängig von Art der Ware und Herkunftsland. Den durchschnittlichen Online-Kunden und die von ihm georderten Waren dürfte das aber kaum betreffen. Sehr wohl relevant für viele Schnäppchenjäger im Internet dürften dagegen die Regelungen zu anfallenden Zöllen und Steuern sein. Zunächst einmal gilt, dass für von außerhalb der EU eingeführte Waren Zoll und Einfuhrumsatzsteuer zu entrichten sind. Befreit sind davon jedoch Sendungen mit einem Wert nicht höher als 22€. Bei einem Wert zwischen 22 und 150€ ist kein Zoll, wohl aber Einfuhrumsatzsteuer zu zahlen. Maßgeblich ist dabei der Rechnungsbetrag, also inklusive der ggf. enthaltenen ausländischen Umsatzsteuer und Versandkosten. Bestimmte Waren wie Alkohol, Tabak, Parfüms und Kaffee sind immer abgabenpflichtig – unabhängig vom Wert der Sendung. Die Höhe des anfallenden Zolls hängt von der Art der Ware ab. Der angewendete Satz der Einfuhrumsatzsteuer beträgt 19% und wird vom Warenwert zuzüglich gegebenenfalls anfallendem Zoll und gegebenenfalls anfallender Verbrauchssteuer erhoben.

Was passiert mit abgabepflichtigen Sendungen?
Was mit einer solchen Sendung geschieht hängt in erster Linie davon ab, ob außen eine ausreichende und glaubwürdige Erklärung über Inhalt und Wert angebracht ist. Ist dies der Fall, so kannst Du die anfallenden Abgaben einfach beim Zusteller begleichen. Sind die vom Absender gemachten Angaben unzureichend, so wird das Paket an das zuständige Zollamt weitergeleitet. In diesem Fall musst Du durch Vorlage der Rechnung Auskunft über den Inhalt der bestellten Sendung geben. Bei Sendungen, die von der Deutschen Post AG befördert werden, kannst Du auch diese mit der Abwicklung beauftragen und musst so nicht selbst beim Zollamt vorsprechen. Für die Abwicklung der zollamtlichen Formalitäten können beim entsprechenden Paketdienst ebenso wie beim Zoll noch über Zoll und Steuern hinausgehende, zusätzliche Kosten entstehen.

Detaillierte Informationen über Einfuhrbeschränkungen und anfallende Abgaben findest Du auf den Internetseiten des Zolls.

Rückgabe- bzw. Widerrufsrecht
Ob bei einer im Ausland aufgegebenen Bestellung ein Rückgabe bzw. Widerrufsrecht besteht, hängt von der Rechtslage des Landes ab, in dem der Versandhändler sitzt. Die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union haben sich auf eine relativ einheitliche Regelung verständigt. Demnach hat der Käufer ab dem Zeitpunkt der Lieferung 7 Tage lang Zeit, die Ware ohne Angabe von Gründen zurückzuschicken. Der Kaufpreis der Ware inklusive Versandkosten wird dabei voll erstattet. Unterschiedlich gehandhabt wird lediglich die Frage, ob auch die Versandkosten für die Retoure vom Verkäufer übernommen werden müssen. Bleibst Du selbst auf den Kosten dafür sitzen, kann Deine Auslandsbestellung leicht zu einer ärgerlichen Angelegenheit werden. Für bestimmte Waren besteht das Widerrufsrecht nicht, so z. B. bei verderblicher Ware, Artikeln, deren Gebrauchswert an einen Termin gebunden ist, wie etwa Fahrkarten, Hotelbuchungen oder Konzertkarten und Ware, die speziell für Dich individuell angefertigt wurde. Ebenso gilt das uneingeschränkte Widerrufsrecht nicht für Käufe bei Privatleuten. Grundsätzlich müssen Verkäufer den Kunden auf das Widerrufsrecht hinweisen. Erst dann und nach Erhalt der Ware beginnt die 7-tägige Widerrufsfrist abzulaufen. Ob EU oder nicht EU – grundsätzlich solltest Du die Angaben des Verkäufers zu Widerruf und Rückgabe gründlich lesen und bei Bedarf nachfragen, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein.

Fazit:
Bestellungen innerhalb der EU unterscheiden sich kaum noch von einer Bestellung im Inland. Allenfalls besteht das Risiko, dass Du bei einer Rücksendung auf höheren Portokosten sitzen bleibst. Solange sich der Wert der bestellten Waren in Grenzen hält, sind auch Bestellungen im Ausland außerhalb der EU kein Problem. Bei größeren Anschaffungen solltest Du Dich jedoch vorher genau über evtl. anfallende Zölle und Steuern informieren. Ebenso kann es dann Schwierigkeiten oder finanzielle Einbußen bei einer Rückgabe der Ware geben. Völlig unproblematisch ist dagegen inzwischen die Bezahlung bei Bestellungen im Ausland – vorausgesetzt Du verfügst über eine Kreditkarte.

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