Nach dem Boom vergangener Jahre sind Aktien als Kapitalanlage heute nicht mehr allzu gefragt. In Zeiten verloren gegangenen Vertrauens erfreuen sich risikoarme Anlageprodukte wie Tagesgeld oder Festgeld größerer Beliebtheit. Dabei bietet sich jetzt angesichts gefallener Kurse eine gute Gelegenheit günstig ins Aktiengeschäft einzusteigen. Das Risiko sollte man dabei selbstverständlich nicht aus den Augen verlieren. Wenn Du Anlagen wie Aktien, Anleihen, Zertifikate etc. erwerben möchtest oder mit solchen Anlageprodukten handeln willst, benötigst Du ein Wertpapierdepot. Ein Depot ist vereinfacht gesagt ein Konto, auf dem Deine Aktien aufbewahrt werden und von dem aus Du mit diesen Handeln kannst. Heute sprechen wir dabei natürlich nicht mehr von auf Papier gedruckten Aktien, sondern von virtuellen Posten, die im elektronischen Handel hin und her verschoben werden.

Filialbank vs. Direktbank
Dem Trend zur Verlagerung von Bankgeschäften ins Internet folgend nimmt auch der Anteil der Online-Depots gegenüber den Wertpapierdepots bei Filialbanken immer mehr zu. Die Bankgeschäfte werden dabei entweder direkt über eine Website oder per Telefon abgewickelt. Wie auch bei anderen Finanzprodukten sind die Online-Angebote meist günstiger als Angebote bei Filialbanken. Wegen der Abhängigkeit der Anlage von schwankenden Kursen ist beim Handel mit Wertpapieren ein fundiertes Wissen über die Risiken bzw. eine gute Beratung von besonderer Bedeutung. Wohl auch deshalb vertrauen viele Kunden beim Wertpapierhandel immer noch auf ihre örtliche Filialbank. Auch bei Direktbanken musst Du jedoch nicht unbedingt auf eine umfassende Anlageberatung verzichten. Einige, wie z. B. comdirect, bieten gegen Aufgeld solche Beratungsleistungen an.

Depotgebühren
Eine monatliche Grundgebühr für das Wertpapierdepot war früher absolut üblich. Mit dem Aufkommen von Direktbanken hat sich das grundlegend geändert. Heute gibt es zahlreiche Filial- oder Direktbanken, die gebührenfreie Depots anbieten, so z. B. die ING DiBa, die für ihr Angebot im Bereich Online-Depots zahlreiche Auszeichnungen eingeheimst hat. Eine bekannte Filialbank mit gebührenfreiem Depot ist die Targobank. Ihr Angebot ist perfekt für Dich, wenn Du günstig handeln, aber dennoch nicht auf den persönlichen Kontakt mit einem Berater verzichten willst. Als Inhaber eines solchen Targobank-Depots kannst Du Dich nämlich kostenlos in einer der 318 Filialen in Deutschland beraten lassen.

Ordergebühren
Der zweite Faktor, der die Kosten eines Wertpapierdepots bestimmt, sind die Ordergebühren. Diese fallen immer dann an, wenn Du Deiner Bank den Auftrag gibst eine bestimmte Aktie oder ein anderes Anlageprodukt zu kaufen oder zu verkaufen. Die günstigsten Konditionen diesbezüglich bietet derzeit die DAB Bank, die nur 4,95€ pro Order berechnet. Zweitbester Anbieter ist flatex mit 5,90€. Für den Handel unter anderem mit bestimmten Zertifikaten und Optionsscheinen nimmt flatex keine Ordergebühren. Einige Banken berechnen statt Pauschalbeträgen auch prozentual vom Wert des gehandelten Postens – wobei in der Regel ein fester Mindestbetrag erhoben wird. Wenn Du übrigens zufällig auch ein Tagesgeldkonto suchst, hat die DAB Bank das Richtige für Dich: Zum Depot gibt’s ein gebührenfreies Tagesgeldkonto dazu, das etwa 1 Jahr lang mit derzeit konkurrenzlosen 2,75% p. a. verzinst wird.

Limitgebühren
Für den An- und Verkauf von bestimmten Papieren kannst Du sogenannte Limits setzen. Dann wird z. B. eine Aktie automatisch gekauft bzw. verkauft, sobald am Markt ein bestimmter Preis über- bzw. unterschritten wird. Die meisten Banken, die keine monatlichen Depotgebühren erheben, verlangen auch keine Limitgebühren. Die DAB Bank berechnet je 2,50€, wenn ein zuvor von Dir gesetztes Limit geändert oder gelöscht wird.

Zusätzliche Wünsche – zusätzliche Kosten
Die kostenfreien Angebote gehen bisweilen mit eingeschränkten Handelsmöglichkeiten einher, die aber für „Otto-Normaltrader“ völlig ausreichend sein dürften. Dabei werden die Papiere meist außerbörslich gehandelt. Profis, die mehr wollen, z. B. direkt an deutschen oder auch an ausländischen Börsen handeln, müssen für ihre Orders gegebenenfalls mehr zahlen.

Unsere Empfehlungen:
gebührenfreies Online-Depot mit günstigen Orderkosten
DAB Bank – 4,95€ pro Order, 2,50€ Gebühr bei Limitänderung oder -löschung
flatex – 5,90€ pro Order, keine Limitgebühren

gebührenfreies Online-Depot mit kostenfreier Beratung in der Filiale
Targobank – 8,90€ pro Order

Fazit:
Bei Wertpapieren und ähnlichen Anlageprodukten sind die Risiken größer als bei anderen Finanzprodukten. Entsprechend solltest Du hier besonders gründlich abwägen, was Dir die persönliche Beratung in der Filiale wert ist. Wenn Du darauf verzichtest, kannst Du die preisgünstigen Angebote verschiedener Direktbanken wie z. B. DAB Bank und flatex nutzen. Willst Du lieber einen Ansprechpartner vor Ort haben, dann ist das gebührenfreie Depot der Targobank mit höheren Orderkosten, dafür aber persönlicher Beratung in der Filiale ideal für Dich.

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