Wenn Du Kapitalbedarf für eine größere Investition hast oder eine andere Kreditform ablösen möchtest, könnte ein Ratenkredit das Richtige für Dich sein. Die Nutzung des Dispositionskreditrahmens Deines Girokontos etwa ist der Höhe der Zinsen nach meist deutlich ungünstiger als der Abschluss eines Ratenkredits. Ein solcher Abschluss ist allerdings verständlicherweise nicht ganz so einfach wie es bei Anlageprodukten, z. B. Tagesgeldkonten oder der Eröffnung eines Wertpapierdepots der Fall ist.

Bonitätsprüfung und individuell unterschiedliche Konditionen
Die Konditionen des Kredits und die Frage, ob dieser überhaupt zustande kommt, richtet sich nämlich mehr nach Deiner individuellen Situation als dies bei anderen Finanzprodukten der Fall ist. Die Bank gestaltet das Angebot ausgehend von den Angaben, die ein potenzieller Kunde über seine Situation und seine Vorstellungen von Größe und Modalitäten des Kredits macht. In der Werbung versprochene Zinssätze sind so meist Bestwerte, in deren Genuss nicht unbedingt alle Kunden kommen. In der Regel wird auch eine Schufa-Auskunft eingeholt, bevor es zur Gewährung eines Darlehens kommt. Eine solche Schufa-Auskunft gibt Aufschluss darüber, ob Du bei vergangenen Finanzgeschäften in Zahlungsverzug geraten oder gar etwas schuldig geblieben bist. In einem solchen Fall kann Deine Vergangenheit, auch wenn die Verpflichtungen letztlich beglichen wurden, als mangelnde Bonität der Kreditvergabe im Weg stehen. Negative Schufa-Einträge werden nämlich erst nach einigen Jahren gelöscht.

Zinsen und zusätzliche Kosten
Bei der Beurteilung eines Kreditangebots solltest Du Dich nicht allein an den Zinsen orientieren. Auch wenn der Zinssatz besonders niedrig ist, kann das Angebot im Endeffekt durch zusätzlich anfallende Kosten wie Bearbeitungsgebühren der Bank etc. ungünstiger sein als ein Angebot mit etwas höherem Zins. Der Vergleichbarkeit unterschiedlicher Angebote trotz jeweils verschiedener Zusatzkosten dient der Begriff des Effektivzins. Ebenso darin enthalten ist das sogenannte Disagio, eine faktische Zinsvorauszahlung zu Beginn der Kreditlaufzeit, durch die ein niedrigerer Nominalzins gewährt wird.

Kündigung oder Ablösung eines Kredits
Was tun, wenn ein bereits gewährter Kredit doch nicht mehr benötigt wird bzw. Deine finanzielle Situation sich derart positiv entwickelt hat, dass Du die Kreditsumme sofort zurückzahlen könntest? Gesetzlich verankert ist eine Frist von 6 Monaten ab Auszahlungstermin, innerhalb derer der Kredit zurückgegeben werden kann. Die Kündigungsfrist beträgt dabei 3 Monate. Ansonsten richtet sich die Möglichkeit, den Kredit vorzeitig zurückzuzahlen nach den vereinbarten Konditionen. Ist eine Sondertilgung nicht vorgesehen, kann es zu zusätzlichen Kosten in Form von Strafzinsen kommen. Dennoch kann sich auch eine Ablösung des laufenden Kredits durch ein neues, entsprechend günstigeres Angebot lohnen. Bei Abschluss eines Kredit solltest Du auf die betreffenden Punkte im Vertrag achten – vor allem dann, wenn Du eine wesentliche Änderung Deiner finanziellen Situation für möglich hältst.

Sicherheit durch Restschuldversicherung
Wenn Du Familie hast, solltest Du unbedingt über eine Restschuldversicherung nachdenken, wenn Du einen Kredit aufnimmst. Die Restschuldversicherung übernimmt im Falle Deines Todes oder – je nach Police – auch bei Arbeitslosigkeit oder Arbeitsunfähigkeit die noch ausstehenden Raten. So ist sichergestellt, dass Deine Familie nicht die Zahlungsverpflichtungen übernehmen muss, wenn Du dazu nicht mehr in der Lage bist. Der Abschluss einer Restschuldversicherung liegt auch im Interesse der Bank, da sie die Rückzahlung des Kredits zumindest im Falle bestimmter, unvorhersehbarer Ereignisse absichert.

Unsere Empfehlungen:
– Für Kredite bis etwa 30.000€ bei kurzer Laufzeit (bis 2 Jahre) bietet barclaycard Kredit günstige Konditionen.
– Bei längerer Laufzeit oder höherer Kreditsumme bis etwa 50.000€ lohnt sich ein Blick auf die Angebote der Credit Europe Bank
– Vergleichsweise gute Bedingungen für Kredite über noch höhere Summen oder mit besonders langer Laufzeit (8 bis 10 Jahre) findest Du bei easyCredit

Fazit:
Bei größeren Investitionen bietet Dir ein Ratenkredit die nötige finanzielle Liquidität und ist meist die günstigere Alternative zur dauerhaften Überziehung des Girokontos. Bei der Auswahl des für Dich passenden Angebots solltest Du nicht nur auf den Effektivzins schauen. Auch die Konditionen, zu denen der Kredit abgelöst oder gekündigt werden kann, können relevant sein. Wenn Du einen größeren Kredit aufnimmst, empfiehlt es sich zudem, über eine Restschuldversicherung nachzudenken.

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