Bildquellenachweis: © Thorben Wengert / PIXELIODie Festgeldanlage ist ein Produkt, das dann für Dich in Frage kommt, wenn Du über Geld verfügst, das Du in den nächsten Monaten oder sogar Jahren voraussichtlich nicht brauchen wirst. Das Festgeld, das Du bei der Bank anlegst, steht Dir nämlich – anders als Tagesgeld – nicht jederzeit zur Verfügung, sondern ist für einen vorher vereinbarten Zeitraum fest angelegt – der Name sagt es bereits. Die Sicherheit, dass Du Dein Kapital in diesem Zeitraum nicht zurückverlangen wirst, belohnt die Bank mit vergleichsweise hohen Zinsen. Die konkrete Höhe der Verzinsung hängt dabei von der zeitlichen Dauer der Anlage ab sowie von der Höhe der Anlagesumme. Je länger die Anlagedauer und je höher der angelegte Betrag, desto höher ist in der Regel die gewährte Verzinsung.

Vorteil: sichere Anlage
Festgeld gilt als äußerst sichere Anlageform, da 1. die zuvor festgelegte Rendite für die Dauer der Anlage garantiert ist. Anders als z. B. beim Tagesgeldkonto unterliegt der Zins so nicht den Schwankungen des Leitzinses. 2. fällt das angelegte Kapital in Deutschland unter die gesetzliche Einlagensicherung. Für Beträge bis 100.000€ gilt daher, dass Du Dein Geld selbst dann zurückbekommst, wenn Deine Bank zahlungsunfähig sein sollte. Absicherungen für höhere Anlagesummen bieten gegebenenfalls verschiedene Sicherungssysteme, zu denen sich Banken auf freiwilliger Basis zusammengeschlossen haben. Für ausländische Banken gelten ggf. andere Bedingungen.

Nachteil: mangelnde Flexibilität
Wie bereits erwähnt, solltest Du Dir bei der Festgeldanlage ziemlich sicher sein, dass Du Das Geld für den vereinbarten Zeitraum nicht benötigen wirst. Eine vorzeitige Kündigung des Kontos ist nämlich nicht vorgesehen und meist nur unter schmerzlichen finanziellen Opfern möglich. So werden in einem solchen Fall oft Strafzinsen erhoben, die Deine Anlage empfindlich schmälern können. Im Extremfall bekommst Du weniger zurück als Du einmal auf Dein Festgeldkonto eingezahlt hast. Eine Festgeldanlage ist also etwas für Zeiten, in denen Deine persönliche Situation in materieller Hinsicht eher stabil ist. Die zeitlich begrenzte Unzugänglichkeit Deines Geldes kannst Du aber auch positiv sehen. Nicht wenigen Menschen fällt das Sparen schwer – da ist Festgeld eine gute Möglichkeit sich selbst zu überlisten.

Mindestanlagebetrag
Die meisten Banken setzen für die Eröffnung eines Festgeldkontos einen Mindestanlagebetrag voraus. Dieser kann zwischen 500€ – wie z. B. bei comdirect – und satten 10.000€ – z. B. ING DiBa – liegen. Dank einiger Ausnahmen unter den Kreditinstituten sind Festgeldanlagen aber auch mit geringeren Summen möglich. Die Bank of Scotland etwa setzt keine Mindestanlage voraus.

Zinsen auf Festgeldanlagen
Eine Anlage in Festgeld lohnt sich heute in der Regel erst ab einem Anlagezeitraum von einem Dreivierteljahr. Zwar werden auch Festgeldkonten mit einer Laufzeit von unter 9 Monaten angeboten, dabei ist der Zinssatz allerdings aktuell ungünstiger als bei Tagesgeldkonten. Die DAB Bank etwa, der derzeitige Spitzenreiter in Sachen Tagesgeldzinsen, bietet 2,75% p. a. Für Festgeld gibt’s bei einer Anlage über 9 Monate derzeit maximal 2,7%, bei 6 Monaten sind es schon nur noch bis 2,4%. Wer also Kapital für nur wenige Monate anlegen will, sollte auf Tagesgeld zurückgreifen. Den höchsten Zinssatz auf Festgeld erzielst Du bei einer Anlage über den in der Regel maximal möglichen Zeitraum von 10 Jahren. Dabei sind über 5% p. a. durchaus machbar.

Verschiedene Arten der Verzinsung
Wie beim Tagesgeldkonto werden auch bei der Festgeldanlage nicht nur Zinsperioden von 1 Jahr angeboten, sondern auch von z. B. 1 Monat. Das heißt, dass bei solchen Anlagen die aufgelaufenen Zinsen nicht einmal jährlich, sondern einmal monatlich gezahlt werden. Die Beträge werden je nach Angebot und Anbieter ausgezahlt oder zur Anlagesumme hinzugefügt, sodass ein Zinseszinseffekt entsteht. Monatliche Zinsauszahlungen können bei größeren Anlagesummen als Zusatzrente genutzt werden.

Wiederanlage
Ist der mit der Bank vereinbarte Zeitraum verstrichen, so kannst Du entscheiden, ob Du Dir das entstandene Kapital auszahlen lässt oder es ganz oder teilweise erneut anlegst. Wird das Guthaben des Festgeldkontos erneut für die gleiche Dauer angelegt, so spricht man von einer Wiederanlage oder Prolongation. Der Zinssatz wird dabei ggf. nach aktueller Marktlage angepasst. Eine solche Anlageverlängerung kann – je nach Vereinbarung – auch automatisch erfolgen. In diesem Fall musst Du (in der Regel 14 Tage) vor Ablauf der Anlageperiode aktiv werden, um eine Auszahlung Deines Kapitals zu erwirken. Tust Du nichts, so wird Dein Geld erneut angelegt.

Unsere Empfehlungen:
für Anlagebeträge unter 500€
bis 9 Monate: Tagesgeldkonto
ab 12 Monate: Bank of Scotland – Festgeld ohne Mindestanlagebetrag über 12, 48 oder 60 Monate bei 2,9 bis 4,1% p. a. Zinsen, Einlagensicherung bis £85.000

für Anlagebeträge zwischen 500 und 1000€
9 Monate: Tagesgeldkonto, oder moneYou – 2,7%
ab 12 Monate: VTB Direktbank – 3,0 oder 4,0% bei Anlagen über 12, 24 oder 36 Monate

für Anlagebeträge zwischen 1.000 und 5.000€
9 Monate: Tagesgeldkonto, oder moneYou – 2,7%
12 Monate: VTB Direktbank – 3,0%
ab 24 Monate: BIGBANK – je nach Anlagezeitraum Zinssätze von 3,4 bis zu 5,6%

für Anlagebeträge ab 5.000€
9 Monate: Tagesgeldkonto, oder IKB direkt – 2,7%, Einlagensicherung bis 728.630.000€
12 Monate: IKB direkt – 3,0%, Einlagensicherung bis 728.630.000€
ab 24 Monate: BIGBANK – je nach Anlagezeitraum und -summe Zinssätze von 3,4 bis zu 5,65%

Sofern nicht anders angegeben gilt lediglich die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000€ Anlagesumme.

Fazit:
Eine Anlage in Festgeld ist nur dann ratsam, wenn Du relativ sicher bist, dass Du das Geld in den nächsten Monaten oder Jahren nicht benötigst. Zumal das Festgeldkonto erst ab einem Anlagezeitraum von mindestens 9 Monaten gegenüber dem Tagesgeldkonto zur attraktiveren Alternative wird. Bei kürzeren Anlagezeiträumen sind die für Tagesgeld gebotenen Zinsen meist höher.

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